Damit es vor der Trauung nicht zur Scheidung kommt!

4 Konfliktfelder in der Vorbereitungszeit der Hochzeit.

Die Vorbereitungszeit einer Hochzeit kann zu einer echten Bewährungsprobe der Beziehung werden, wenn man es zu verkrampft angeht und sich stressen lässt. Als meine Schwester – sie ist heute Doktorin der Psychologie – mir aus einer ihrer Vorlesungen zum Thema dissoziativer Persönlichkeitsstörungen erzählte, in der es unter anderem hieß, dass der Hochzeitsstress in einigen wenigen Fällen auch als Auslöser für eine Schizophrenie (vor allem bei Frauen) führen kann, war ich mal wieder fassungslos!

Man plant den schönsten Tag seines Lebens und nicht die Apokalypse! Weniger ist hier oft mehr! Die Hochzeit muss – auch in der Vorbereitung – etwas sein, auf das man sich gemeinsam freuen kann. Daher ist es gut, sich im Vorfeld auch über das eine oder andere Konfliktpotential Gedanken zu machen.

Die richtige Arbeitsaufteilung

Erst zweimal habe ich es in den letzten vier Jahren erlebt, dass der Mann bei der Hochzeitsplanung die Führung übernommen hatte. Die klassische Aufteilung sieht hier die Frau als Chef. Um es vorweg zu nehmen, bei der Aufgabenverteilung gibt es kein Richtig und kein Falsch, dieser Bereich birgt aber sehr wohl sehr viel Konflikt- und Frustrationspotential. Wenn einer z.B. das Ruder übernimmt, dann fühlt sich der andere oft abgehängt und übergangen.

Der Klassiker ist und bleibt aber, dass der Mann sich in der Planungsrolle als Abnicker der Vorschläge der Frau versteht: „Mach mal, Du kriegst das schon hin…“ ist oft der einzige Satz, den eine Braut von ihrem zukünftigen Göttergatten zu hören bekommt. Folge: Sie fühlt sich alleingelassen, er fühlt sich unter Druck gesetzt und versteht nicht warum seine Herallerliebste so ein Theater macht, wenn sie sich über seine passive Haltung beschwert.

Lösung: Sprecht darüber! Verteilt Aufgaben und haltet euch an Absprachen UND MACHT AUCH MAL NE PLANUNGSPAUSE.

Das Geld – was darf eine Hochzeit kosten?

Nutze unseren kostenlosen Budgetplaner.

Der Budgetfrage habe wir zwei eigenen Beiträge gewidmet: zum einem unseren kostenlosen „Hochzeitsbudgetrechner“ und zum zweiten einem Artikel „was ein Hochzeitsredner kostet“. Die meisten Menschen – und so soll es ja auch sein – heiraten zum ersten Mal und fallen schnell aus allen Wolken, wenn sie die ersten Kosten überschlagen. Wie viel Geld man ausgeben möchte und kann, sollte vor der Planung festgelegt werden. Diesem Budget sollte man die Planung unterordnen. Wie viel Geld bringt jeder mit in die Ehe? Wie viel steuert jeder zum Hochzeitsbudget bei? Will man sich verschulden? Wie wichtig ist der einen oder andere Programmpunkt, Deko, Dresscode, Essen usw.? All diese Fragen gehören offen diskutiert. Muss es wirklich eine weiße Kutsche, 500 Tauben und das Geigenorchester sein? Muss der Junggesellenabschied in Las Vegas gefeiert werden? usw. Auch diese Fragen gehören dem festgelegten Budget untergeordnet.

Lösung: Zuerst Budget festlegen, dann planen.

Tipp: Als erste Anlaufstelle kann man mal bei einem gemeinsamen Abend einfach ohne Limit seine Wünsche in unseren kostenlosen Hochzeitsbudgetrechner eingeben und danach über Prioritäten, Streichungen und Alternativen sprechen.

Die Gästeliste!

Ja, ja… mal im Ernst: Wen WOLLT ihr auf eurer Hochzeit haben! Wollt ihr dort wirklich auch den alten Freund oder Ex-Partner eures Partners haben? Die meckernden Verwandten, die man schon Jahre nicht gesehen hat? Wollt ihr euch wirklich Gedanken über eine möglichst konfliktfreie Sitzordnung von zwei oder drei Streitparteien für eure Feier machen?

Ganz klar: Es gibt solche, die man da haben will, und solche, die man irgendwie da haben muss. Aber ich würde euch von ganzen Herzen empfehlen, diejenigen, die ihr dahaben wollt, zu favorisieren. Vieleicht ist das eine gute Gelegenheit, auch mal die Freundes- und Bekanntenliste zu aktualisieren? Auf wen freut ich euch gemeinsam? Wer ist für euch ein NoGo?

Lösung: Jeder schreibt selber eine ganz persönliche Liste und gibt sie danach dem Partner. Dann macht jeder ein Haken hinter einen Namen bei Gefallen, streicht seine NoGos und macht ein Fragezeichen hinter den Unbekannten. Danach schreibt ihr alle abgehakten auf eine gemeinsame Liste und sprecht über die NoGos und Fragezeichen des anderen.

Die Trauungszeremonie.

Den perfekten Trauspruch finden.

Hier ist es nicht nur wichtig seine Wünsche, sondern auch seine „AUF-KEINEN-FALL“-Elemente anzusprechen. Ein guter Redner nimmt euch in diesem Prozess an die Hand. Wenn ihr ihm vertraut und hier über alles reden könnt, dann ist das schon einmal die halbe Miete.

Was ist z.B., wenn er mit Religion gar nix anfangen kann, ihr aber einen Segen sehr wichtig findet? Auch hier sind Kompromisse in der Zeremonie möglich, aber nur, wenn sie angesprochen werden. Was findest Du wichtig, was kitschig, was nervig… alles gehört auf den Tisch!

Lösung: 1. Miteinander Reden und 2. einen guten Redner finden, der euch hier an die Hand nimmt und zusammen mit euch gute Kompromisse oder Alternativen entwickelt.

Zusammenfassung.

Auch hier gilt „Schweigen ist die unerträglichste Erwiderung.“ (Gilbert Keith Chesterton)

Reden, reden, reden… UND Planungspausen machen, in der man alles tut was Spaß macht, aber mal nicht an die Hochzeit oder Planungsaufgaben denkt. Aus allen erwähnten Konfliktfeldern kann man einen eigenen Beziehungsabend machen: eine Flasche Wein, ein Blatt Papier, ein paar Kerzen und 1 bis 2 Stunden reservierte Zeit pro Konfliktfeld und mit viel Humor und Entspanntheit alles ansprechen – seine Störfelder zu kenne ist schon mal eine große Möglichkeit, den ganz großen Streit und Stress zu vermeiden.


Titelbild von Igor Töpfer – photo-impuls.de

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