Familien, Kinderwunsch und Realität – Daten, Fakten aus dem Ministerium

Die meisten Kinder wachsen in Deutschland in klassischen Ehen und Familien auf, die meisten Elter wünschen sich mehr Kinder, als sie bekommen und jedes dritte Kind wäschst mit einem Migrationshintergrund auf. Das Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat in diesen Tagen einen Familienreport herausgebracht den ich mir mal genauer angesehen haben. Als verheirateter Papa von drei Kindern stellte ich fest ich bin ganz normaler Durchschnitt und hier und da ziemlich exotisch.

Familie ist den Deutschen SEHR WICHTIG

Ganz am Anfang stellt der Report fest, dass Familie und Kinder für die Bevölkerung ungebrochen eine hohe Bedeutung haben – sehr gut!


„[…] 2012 fanden 81 Prozent der Ostdeutschen und 75 Prozent der Westdeutschen Familie und Kinder sehr wichtig. Familie war auch für 97 Prozent der 6- bis 14-Jährigen wichtig bzw. total wichtig. Für mehr als 90 Prozent der Bevölkerung war es die größte Freude im Leben zu beobachten, wie Kinder groß werden (93 Prozent West- und 96 Prozent Ostdeutschland). Für über 80 Prozent der 20- bis 39-Jährigen war es sehr wichtig bzw. wichtig, eigene Kinder zu haben. Mit ihrem Familienleben waren mehr als 50 Prozent der Ost- und Westdeutschen völlig bzw. sehr zufrieden. Für mehr als drei Viertel der Eltern stand die Familie auch für Zusammenhalt in schwierigen Zeiten (79 Prozent)[…].“[1]


Klassische Ehe ist die häufigste Familienform

 

Laut Erhebung sind verheiratete Eltern nach wie vor die häufigste Familienform. So gab es 2013 8,1 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern im Haushalt, davon waren 5,6 Millionen Eltern verheiratet, sprich 70 Prozent aller Familien.[2]


„Fast drei Viertel der minderjährigen Kinder in Deutschland lebten gemeinsam mit verheirateten Eltern im Haushalt, 18 Prozent wuchsen bei Alleinerziehenden und 9 Prozent bei Lebens Gemeinschaften auf.“[3]


Auch das Thema „Regenbogenfamilien“ wurde beleuchtet. So gab 2013 7.000 gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, die mit minderjährigen Kindern im Haushalt lebten: Das entspricht einem Anteil von weniger als 1 Prozent an allen Familien.[4]

Kinderreiche Familien: eine mittelständische Minderheit

Mehr als die Hälfte der Familien in Deutschland hatte 2013 ein Kind (53 Prozent), mehr als jede dritte Familie hatte 2013 zwei Kinder (36 Prozent) und 11 Prozent der Familien hatten drei und mehr Kinder[5] – sprich mit meiner eigenen Familie gehören wir einer Minderheit an. Ganz gegen manches Vorurteil, dass Kinderreiche Familien vor allem in der sozialen Unterschicht zu finden seien, stellt der Report so ziemlich das Gegenteil fest: Die Mehrheit der Mehrkindfamilien seien in der gesellschaftlichen Mitte zu finden.


Abbildung 6 aus dem „Familienreport 2014 – Leistungen, Wirkungen, Trends“

„[…] Das bedeutet, sie verfügten über mittlere Bildungsniveaus und lebten in einer durchschnittlich guten wirtschaftlichen Situation […].“[6]


Aber… – ja wenn da nicht dieses „aber“ wäre – Mehrkindfamilien sind laut Report häufiger Armutsgefährdet als der Durchschnitt. Im Vergleich zu Paarfamilien mit nur einem oder zwei Kindern sind Familien mit drei Kindern bereits doppelt so häufig armutsgefährdet (16 Prozent).

Kinderwunsch vs Realität

Die Kinderwünsche in Deutschland sind laut Auswertung nach wie vor hoch und im Vergleich zu 2001 stark gestiegen.[7] Eltern im Alter zwischen 40 und 49 Jahren finden demnach durchschnittlich 2,2 Kinder ideal. Real haben sie aber im Schnitt nur 1,9 Kinder.

Doch warum bleiben die Kinderzahlen hinter dem eigenen Wunsch zurück? Viele Frauen nannten demnach häufig das eigene Alter als Hinderungsgrund. 56 Prozent der Mütter gaben an, sich zu alt für weitere Kinder zu fühlen. Umgekehrt fühlt sich paradoxerweise aber jede dritte kinderlose Frau im Alter von 25 bis 29 Jahren noch zu jung für Kinder! Damit ist das subjektive Zeitfenster für Kinder in Deutschland sehr eng.

Jemand fragte mich mal ob ich wüsste was das liebste Möbelstück des Teufels sei, kennst Du die Antwort? Es ist „DIE LANGE BANK“. Auch der eigene Kinderwunsch scheint mir beim Lesen der Studie auf dieser langen Bank tragischer weise abgeschoben und auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben zu sein – schade.


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Autor: Samuel Diekmann – CEO, Gründer und Redner bei rent-a-pastor.com

Quelle: „Familienreport 2014 – Leistungen, Wirkungen, Trends“ HIER geht es zur Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.


 

Fußnoten: [1] „Familienreport 2014 – Leistungen, Wirkungen, Trends“; Seite 12. [2] „Familienreport 2014 – Leistungen, Wirkungen, Trends“; Seite 13. [3] „Familienreport 2014 – Leistungen, Wirkungen, Trends“; Seite 18. [4] „Familienreport 2014 – Leistungen, Wirkungen, Trends“; Seite 14. [5] „Familienreport 2014 – Leistungen, Wirkungen, Trends“; Seite 15. [6] „Familienreport 2014 – Leistungen, Wirkungen, Trends“; Seite 20. [7] „Familienreport 2014 – Leistungen, Wirkungen, Trends“; Seite 24.

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