Samuel Gesang - So heiratet Deutschland Geschenke, der große Tag
Titelbild: Samuel Gesang

So heiratet Deutschland. Die große Hochzeitsstudie: Teil 3 – die Hochzeit

Lesedauer ca. 4 Minuten

In unserem drittenTeil der großen Hochzeitsstudie geht es um den großen Tag: Geschenke, Brautkleid und Hochzeitsbräuche.

In Deutschland wünschen sich und erhalten die meisten Paare Geld zur Hochzeit

Deutsche Brautpaare haben keine Scheu, Geschenkewünsche offen an ihre Gäste zu kommunizieren. Gefragtester Geschenkewunsch ist dabei Geld. So haben zwei Drittel der Befragten ihre Gäste um Geldgeschenke gebeten. Weitere vier Prozent hatten zudem eine Geschenkeliste. Um Spenden für einen guten Zweck bat ein Prozent der Brautpaare.

Über ein Viertel der Brautpaare hat nach eigenen Angaben keine Wünsche an seine Gäste kommuniziert.

Tatsächlich erhalten den Umfrageergebnissen zufolge knapp 90 Prozent der Paare (unter anderem) Geld zur Hochzeit. Weitere 32 Prozent bekommen darüber hinaus speziell Geld für die Hochzeitsreise. Auch Gutscheine stehen hoch im Kurs — fast jedes zweite Brautpaar kann sich hierüber freuen.

Immerhin noch 20 Prozent der Befragten erhalten Haushaltswaren und Heimtextilien für den Start in das gemeinsame Leben. Schmuck und Devotionalien sowie Babyausstattung hingegen wurden mit vier Prozent beziehungsweise drei Prozent nur selten geschenkt.

Champagner und Eierschale sind die beliebtesten Farben für das Brautkleid

Eine Hochzeit ganz in Weiß? Von wegen! Jede zweite Braut entscheidet sich für ein Kleid in Eierschale oder Champagner. Dem klassischen Reinweiß bleiben aber immerhin 36 Prozent der Bräute treu. Insgesamt heiraten somit 87 Prozent aller Bräute in einer der zahlreichen Farbabstufungen des Weißtons.

Beliebteste Alternative mit zwei Prozent ist Blau. Die Farbe der Liebe — Rot — wählt immerhin ein Prozent der Bräute.

Weitere fünf Prozent der Befragten geben an, dass die Braut zur Hochzeit kein klassisches Hochzeitskleid getragen hat. Besonders Bräute aus Bayern und Baden-Württemberg haben stattdessen in einem Hochzeitsdirndl geheiratet. Das Dirndl soll dabei nicht nur die weibliche Figur unterstreichen, sondern auch ein Stück Heimat und die Verbundenheit zu traditionellen Werten widerspiegeln.

Ebenfalls beliebt sind Sommer- sowie Abend- und Cocktailkleider. Auch in Hosen ließ sich die eine oder andere Braut trauen.

Nicht einmal ein Prozent der Brautkleider sind Familienerbstücke

Vintage ist in Sachen Hochzeit zwar aktuell im Trend, dennoch tragen gerade einmal drei Prozent der Bräute ein gebrauchtes Kleid an ihrem großen Tag. In weniger als ein Prozent aller Fälle handelt es sich um ein Familienerbstück. Stattdessen wählen 96 Prozent der Bräute ein neues Brautkleid zur Hochzeit.

Gekauft werden Brautkleider zu über drei Vierteln (78 Prozent) im Brautmodengeschäft. Doch auch der Online-Handel spielt eine immer wichtigere Rolle: Knapp zehn Prozent der Hochzeitskleider stammen aus dem Internet. Ein maßgefertigtes Kleid vom Schneider lassen sich vier Prozent der Damen anfertigen.

Paare halten sich nur an wenige traditionelle Hochzeitsbräuche

Hochzeitsbräuche gibt es viele. Doch nur wenige finden heute tatsächlich noch Anwendung. So lassen sich nur 18 Prozent der Bräute über die Schwelle tragen und nicht einmal jede dritte Braut trägt einen Schleier. Ebenso haben nur 29 Prozent der Paare die Nacht vor der Hochzeit getrennt verbracht.

Dennoch gibt es einige Traditionen, die auch heute noch aktuell sind. So eröffnet immerhin jedes zweite Brautpaar die Tanzfläche mit einem Hochzeitswalzer und bei 57 Prozent der Hochzeiten wird der Brautstrauß geworfen. Am häufigsten halten sich Paare mit 82 Prozent an den Brauch, dass der Bräutigam das Brautkleid vor der Hochzeit nicht zu Gesicht bekommen darf.

Auch der Brauch, dass die Braut am Tag der Hochzeit etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues bei sich trägt, erfreut sich hierzulande größter Beliebtheit. Dem ursprünglich aus England stammenden Brauch zufolge symbolisiert dabei etwas Altes die Beständigkeit, etwas Neues eine glückliche Zukunft, etwas Geborgtes die Freundschaft und Verlässlichkeit und etwas Blaues die Liebe, Reinheit und Treue.

Den Umfrageergebnissen nach wird als etwas Altes gerne Familienschmuck gewählt. Neu sind meist Schuhe sowie das Brautkleid. Geborgt wird sich gerne ebenfalls Schmuck oder auch ein Reifrock. Über ein Drittel der Befragten wählt zudem ein blaues Strumpfband.

Weitere, von den Umfrageteilnehmern oft genannte Bräuche sind die Brautentführung, das Baumstammsägen, der Schleiertanz sowie das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte.

Kein Brauch, aber trotzdem obligatorisch sind für viele Paare die Dankeskarten zur Hochzeit, die nach der Feier an die Gäste geschickt werden.

Ein Gast im weißen Kleid ist nicht auf jeder Hochzeit absolut tabu

Weiß ist die Farbe der Braut? Nicht unbedingt. Ganze 18 Prozent der Befragten finden es durchaus akzeptabel, wenn ein Gast Weiß trägt, sechs Prozent finden es sogar vollkommen in Ordnung. Über die Hälfte der Befragten gibt hingegen an, dass ein Gast in einem weißen Kleid ein absolutes Tabu auf der Hochzeitsfeier ist. Knapp ein weiteres Viertel findet dies zumindest schlimm.

Zudem möchten Brautpaare an ihrem großen Tag im Mittelpunkt stehen. So geben 86 Prozent der Befragten an, dass sie es als absolutes Tabu oder zumindest als schlimm empfinden, wenn sich ein Gast in den Vordergrund spielt. Auch Langeweile ist nicht gern gesehen: 81 Prozent der Deutschen finden es nicht in Ordnung, wenn die Gäste nicht tanzen. Weiterhin empfinden knapp drei Viertel der Befragten Reden, die Peinlichkeiten über die frisch Vermählten zum Thema haben, als schlimm bis absolut tabu.

Als weniger schlimm hingegen wird es empfunden, wenn Handyfotos gemacht und diese in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram veröffentlicht werden. Über die Hälfte der Befragten findet dies mittlerweile akzeptabel oder völlig in Ordnung. Auch mit Gästen ohne Geschenk oder zu spät kommenden Gästen kann gut jeder zweite Befragte leben, ebenso finden 47 Prozent der Deutschen übermäßigen Alkoholkonsum verzeihbar.

Der Vergleich der Geschlechter zeigt, dass Männer und Frauen ähnlich ticken beim Empfinden darüber, was auf einer Hochzeit tabu ist und was nicht. Generell sind die Frauen aber etwas strenger mit ihren Gästen. Insbesondere auf einen Gast in Weiß reagieren die Damen allergisch: 53 Prozent der befragten Frauen empfinden dies als ein absolutes Tabu, bei den Männern sind es nur 44 Prozent. Schlimmer als einen Gast in Weiß findet das starke Geschlecht im Gegensatz zu den Frauen, wenn jemand beim Buffet zugreift, bevor dies eröffnet wurde. Bei einem Gast ohne Geschenk können 57 Prozent der Männer ein Auge zudrücken, aber nur 48 Prozent der Frauen. Auch bei peinlichen Reden sind Frauen deutlich empfindlicher als Männer: 41 Prozent der Frauen empfinden derartige Ansprachen als absolutes Tabu — diese Meinung teilen aber nur 26 Prozent der Männer. Der einzige Punkt, in dem Männer laut Umfrage deutlich empfindlicher sind als Frauen, ist die Veröffentlichung von Handyfotos. Während 47 Prozent der Frauen dies nicht gerne sehen, sind es bei den Männern ganze 56 Prozent.

So unterschiedlich sehen Männer und Frauen die Tabus

 


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Die gesamten Studienergebnisse gibt es auch auf kartenmacherei.de

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