Polyamor oder Polyamorös, freie Liebe und Co und ihre Nebenwirkungen.

Wenn freie Liebe fesselt – zum Glücklichsein befreit

Ursula muss über den aktuellen, vermeintlichen polyamorösen Trend grinsen. „Es gibt nix neues unter der Sonne, ich sag nur meine wilden 70er!“ Freie Liebe war für Ursula der Weg ins Paradies, sie hat unzählige Männer geliebt, ihren Partner geteilt, sich sexuell nicht festgelegt, viel experimentiert, aber das war nicht immer so!

Als sie in den 50ern zur Welt kam, da wuchs sie als Einzelkind in einer behüteten Familie auf. „Als Kind war ich immer ein braves Kind“ – so Ursula. Als Teeny träumten sie noch von der ganz großen, einen, naiven Liebe und Familie, aber diese kindlichen Vorstellungen sollte sie schnell abschütteln.

Naive monogame Vorstellung überwinden

Mit sechzehn hatte sie ihren ersten Freund. Als der plötzlich von Sex redete, machte sie sofort total geschockt Schluss. Als Ursula zum ersten Mal mit einem Mann schlief, war sie 18 Jahre alt. Es war ein wunderschönes Erlebnis für sie, trotzdem ging die Freundschaft zwischen den beiden relativ schnell auseinander. In ihrem Studium lernte sie neben dem Schulstoff auch noch viele – für die Zeit typische – philosophische Gedanken und Lehren. Unter anderem war sie von Wilhelm Reich fasziniert, sie verschlang seine Thesen zur Sexualökonomie und fand seinen Aufruf, mit so vielen Menschen wie nur irgendwie möglich Sex zu haben, faszinierend.

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Sexuelle Befreiung – der Weg zum Glück

Sie war Teil einer Bewegung, die die „bigotte Prüderie“ der 1950er-Jahre abstreifen wollte, dabei ging es ihr nicht nur um Sex – es ging ihr um das große Ganze! Sex macht Spaß, aber es ist viel mehr als das, es ist der Weg zum Weltfrieden, zur kompletten Befriedigung und Selbstfindung. Mehr und mehr begann in ihr die Überzeugung zu wachsen, dass Liebe sich vermehrt, wenn man sie teilt. Und wo teilt man sie mehr, als im Bett? Es war am Anfang eine Mischung aus Neugierde und Faszination und wurde für sie zum Dogma. Der Spontispruch „Wer zweimal mit demselben pennt, gehört schon zum Establishment“ wurde zu ihrem Wahlspruch. Sex war der Weg zur Wahrheit und zum wahren Leben und wurde von ihr fast vergöttert und auf einen Thron gesetzt. Heute hat sie Schwierigkeiten alle Sexualpartner aufzuzählen, alles war ein einziger Rausch…

Der Sexstrudel – Eifersucht überwinden lernen

Aber wenn Ursula mal keinen Partner hatte, was selten vorkam, hielt sie doch stets ein Sex-Backend in der Rückhand, dann war da diese unbefriedigte, innere, rastlose Unruhe, die sie wieder los ziehen ließ. Ursula fühlte sich wie ein Junkie. Doch dann verliebte sie sich in einen attraktiven, aufgeklärten Mann, der ganz auf ihrer Wellenlänge lag. Dieses Gefühl der Liebe hatte sie schon lange nicht mehr gespürt, es war ganz anders als Sex – auch wie ein Rausch, ging aber für sie viel tiefer. Doch dann – eigentlich war es für sie in der Theorie kein Problem – schlief ihre große Liebe vor ihren Augen mit einer anderen Bekannten. Es war komisch, entsprach so gar nicht ihren Überzeugungen, aber „… es tat so weh, das zu sehen, irgendetwas in mir zerbrach da!“ – so Ursula im Rückblick. „Das konnte doch nicht sein“, dachte sie sich und begann an ihrem „Egoismus“ zu arbeiten und ihre Eifersucht zu überwinden.

Ihre Ausweg war: noch mehr Sex mit anderen! Dazu lass sie viele sexualwissenschaftliche und philosophische Thesen und Bücher ihrer Zeit, besuchte Seminare, lernte von erleuchteten Lehrern und begann sich dem Thema auch religiös, esoterisch zu nähern und zu öffnen. Sex als Mediation zur Erleuchtung und Überwindung des eigenen egoistischen Ichs – das war jetzt ihr Weg. Auf diesem Weg experimentierte sie jetzt auch mit LSD. Ihr erster Trip war eine einzige Katastrophe und ein echter Horrortrip! Ihre spirituellen Ratgeber gaben den falschen Motiven und der falschen Vorbereitung die Schuld daran. Und tatsächlich: Ihr zweiter Trip mit entsprechender Begleitung war ein Expresszug ins Paradies. Dabei erfuhr sie zum ersten Mal eine intensieve Einheit mit einem Mann, ohne sexuellen Kontakt, was sie so noch niemals vorher erlebt hatte. Aber natürlich hielt diese Beziehung, die während des Drogentrips entstand der Realität nicht stand.

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Auf einer ihrer Reisen kam sie auch nach Malta – hier lernte sie einen Zuhälter kennen, der mit seine Frauen in einer Art Großfamilie zusammenlebte, mit ihnen Kinder hatte und auch sich auch an andere Männer und Frauen, mit ihrem Einverständnis, gegen Geld als sexualpartner vermittelte. „Das Wort Prostitution wäre mir damals nicht über die Lippen gekommen, es ging um Liebe, deswegen nahm ich auch sein unmoralisches Angebot an.“ Sie war jung, attraktiv, sah Sex als Mittel zum Weltfrieden und zur eigenen Erleuchtung, warum dafür nicht auch mal Geld nehmen? Ursula kann heute nur noch mit dem Kopf schütteln, aber damals war das für sie keine große Sache – sie hatte Sex gegen Geld.

Sexlos glücklich?

Die erhoffte Erleuchtung wollte sich allerdings nicht einstellen, stattdessen wurde sie immer unzufriedener. Durch den Drogenkonsum entwickelte sie verschiedene Ängste, die sie davon abhielten weiterhin Drogen zu konsumieren. Mehr und mehr begann sie, eigene Überzeugungen zu hinterfragen. Nachdem sie mehrere Monate auf KReta verbracht hatte lernte sie einen wieder zurück in Deutschland einen Mann kennen, der so ganz anders war – auch ein „Blumenkind“, aber er lebte sexuell und mit Drogen abstinent! Das war für Ursula etwas ganz Neues! Sie freundeten sich an… redeten Nächte lang, waren wie Bruder und Schwester – das hatte sie lange, lange, lange nicht mehr erlebt. Sie begann sich an ihre „naive Kindheit“ und ihre alten Ideale zu erinnern, unebrührt in die Ehe zu gehen und nur den einen Partner zu haben. Und sie fragte sich, ob sie die letzten Jahre nicht vieleicht genau nur das gesucht hat: die wahre Liebe. Ist es möglich, dass sie den Schmerz, die Enttäuschungen und Verletzungen bei dem Scheitern nach dieser Suche einfach nur mit neuen Partnern zu betäuben versucht hatte? Heute sieht sie das so…

Den einen für den sie zu kämpfen begann

Ursula litt unter einer Gebärmutterverklebung und – das mag unglaublich klingen ist aber wahr – hatte nie verhütet und immer ungeschützten Verkehr! Allmählich wuchs aus der freundschaftlichen Beziehung der Wunsch nach mehr und beide schliefen miteinander. Der erste Sex war ernüchternd mittelmäßig, aber trotzdem schön. Die Beziehung der beiden sollte halten! Ursula wurde schwanger und ihr Freund entschied sich – nach dem ersten Schock – für die beiden und damit eine echte Familie. Zwei Wochen vor der Geburt des ersten Kindes haben sie 1977 geheiratet und sind bis heute ein Ehepaar.

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Wenn freie Liebe fesselt.

Diese Geschichte ist nicht ausgedacht, sondern das Ergebnis eines Interviews mit Ursula (Name geändert). Die Ehe der beiden hält bis heute an und hat viele, viele Höhen und Tiefen erlebt, ja, war und ist nicht immer einfach! Aber beide haben angefangen, sich trotz Widerständen und Unterschieden immer wieder füreinander zu entscheiden und zusammenzuraufen. Ursula sagt, dass sie bis heute diese Zeit verarbeiten muss und sie sich auf der Suche nach der wahren Liebe selbst viele Seelenwunden zugefügt hätte. Die idealisierte freie Liebe ihrer Zeit wurde für sie zum Gefängnis, aus dem sie persönlich ausbrechen musste. Ursula würde sich – obwohl sie heute Christin ist und jeden Sonntag (brav) in den Gottesdienst geht – nicht als spießig bezeichnen. Bis heute ist sie ein Blumenkind, trägt bunte Kleider und verdient ihr Geld als Jogalehrerin, achtet auf Ernährung, liebt Sex nach wie vor,… aber sie würde heute alle warnen, Sex sowohl zu bagatellisieren, als auch zu vergöttern: „Sex ist die schönste Nebensache der Welt, aber es braucht den festen und geschützten Rahmen einer Beziehung, um ihn wirklich verletzungsfrei genießen zu können. Das musste ich persönlich durch eine lange, lange Odyssee lernen.“

Name von „Ursula“ geändert.


Autor: Samuel Diekmann, CEO, Gründer und Redner bei rent-a-pastor.com

 

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