Ein Trauung mit persönlichen Ritualen

Hochzeiten sind die glanzvollsten Höhepunkte eines jeden Sommers, eigentlich auch über den Sommer hinaus! Hochzeiten sind immer schön, festlich, berührend, positiv, und- was ganz wichtig ist, wir erinnern uns ein Leben lang an diese Feste.

An manche Hochzeiten kann ich mich nur vage erinnern. Nur solche Fakten wie: tolle Lokation,  gutgekleidete Leute, schöne Kirche, langweilige Liturgie, Anstehen zum Gratulieren, Sektempfang und dann sehr gutes Essen, vielleicht noch anstrengende Spiele und nette Reden. All das, wofür das Paar irrsinnig viel Aufwand betrieben und noch mehr Geld bezahlt hat, ist es dann doch, was nur ein Schatten der Erinnerung bleibt, halt – fancy oder nett…

Das Kernstück jeder Hochzeit ist die Zeremonie. Diese Zeit, jene 45 bis 60 Minuten , welche Vorraussetzung für die ganze große Feier hintendran ist, verdient es, so wirklich wunderschön, individuell, besonders und ungewöhnlich gestaltet zu werden – dass sie für Brautpaar und alle Gäste für immer in Erinnerung bleiben. Da spielen Redner und Rede eine ganz große Rolle. An ihm sollte echt nicht gespart werden, denn ein guter Redner ist sein Geld allemal wert. Er ist auch verantwortlich für die Komposition der Zeremonie, zu welcher es neben der Präsenz seiner selbst, den Liedern und den  Worten noch die Sequenzen der Rituale gibt. Diese machen die Trauzeremonie wirklich ganz besonders, und beziehen häufig die Gäste noch mit ein. Sie schaffen eine wunderschöne Atmosphäre, sind spannend, lustig und machen einfach richtig Spaß, sind sozusagen ein Stilmittel der Freude!

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Das Ring­band

Sehr schön finde ich zu Beginn das Bandritual. Über die Stuhlreihen wird ein Band gelegt, ein schönes, am Besten aus Organza, 5 cm breit, oder Satin, aber das ist ein bisschen teuer. Es reicht von ganz vorne über ganz hinten bis wieder nach vorne. Wichtig ist, dass es so liegt, dass niemand darüber stolpert. Meistens setzen sich die Gäste darauf, nachdem sie sich gewundert haben, warum es da liegt. Wenn die Gäste alle sitzen, bitte ich sie darum, es in die Hand zu nehmen, erklären werde ich es später. Und während der Zeremonie, nach der Begrüßung und vor Beginn der Traurede sage ich den Gästen, was sie tun sollen. Die Ringe werden von einem der Trauzeugen vom Ringkissen auf das Band gefädelt. Dann soll jeder Hochzeitsgast die Ringe kurz in die Hand nehmen, was Liebes denken, dem Paar was Gutes wünschen, ein Gebet sprechen, und weiter gleiten lassen. Die Ringe hören das und nehmen es mit. Und wenn sie dann später beim Brautpaar wieder ankommen, sind sie vollgesogen mit all den Grüßen, Gebeten und guten Wünschen J Das ist supernett, und manchmal auch sehr lustig, wenn ein Gast doch noch sitzen geblieben ist – aber in der Regel machen alle mit und spätestens da werden die Gäste involviert.

Trau­kerzen

Kerzen anzünden, eine Traukerze – das eignet sich nur in den dunkleren, kühleren Jahreszeiten. Mitten im Sommer wählen es viele eher nicht. Aber der Moment ist sinnbildlich: Das Licht unsere Liebe soll immer brennen, nie ausgehen. Manche Paare zünden sie dann später zuhause an, wenn sie sich was vergeben müssen, oder es mal kühler und dunkel zugeht in ihrer Beziehung. Sie kann ein Zeichen sein: es liegt an uns, ob sie brennt oder nicht. Lass mal leuchten. Oder: ich stecke sie an, sie brennt für Dich, ich bin offen für Dich….

Individuelle Trau­ver­sprechen

Selbstgeschriebene Treueversprechen sind die Eisbrecher überhaupt. Weil sie so authentisch, echt und ehrlich sind. Klar, gibt es auch gute Vorgeschriebene. Da haben sich andere schon gute Gedanken gemacht, auf die ein Paar zurück greifen kann. Aber sich selbst Gedanken gemacht haben, dies in Worte gefasst, aufgeschrieben haben, und sich vor allen Leuten versprochen – das hat schon eine Kraft!!! Ich rate meinen Paaren gerne dazu und muss aufpassen, dass ich sie nicht dränge. Den sehr Schüchternen helfe ich auch beim Verfassen, oder erkläre, wie sie es am besten üben. Der Moment, vor der Ringzeremonie, wenn sie aufstehen, sich ansehen, und verlesen, gehört zu den intensivsten Momenten der ganzen Zeremonie. Ich hatte schon Bräute und Bräutigamme, die konnten vor lauter Schluchzen kaum reden. Ich sage Ihnen, es gab niemanden auf der Wiese, den das nicht unberührt ließ. Da bleibt manchmal kein Auge trocken. Klar, braucht es Mut dazu. Aber es lohnt sich so sehr, es macht die Trauung so speziell.

Das Sand­ritual

Aus kleinen Gefäßen wird in ein größeres, edles Gefäß wiverschiedenfarbiger Sand geschüttet. Der zusammen geschüttete Sand wird zu einem Muster in dem Großen, und das sieht sehr, sehr schön aus. Entweder das Paar sucht sich jeweils eine Sandfarbe, dann wäre es zweifarbig, was neu entsteht. Manche wollen auch die Trauzeugen involvieren, dann wäre es vierfarbig. Oder die Kinder, dann wäre es dreifarbig. Oder die Eltern… Das Besondere an diesem Ritual ist, dass alle zugucken, wie es vollzogen wird, das Ergebnis bewundern können, und das Brautpaar nimmt es mit zu sich nach Hause. Dort bekommt es dann einen Ehrenplatz im Regal.

Der Segen

Und wenn das alles nun geschehen ist, das Brautpaar sich die Ringe angesteckt hat, sie sich ihren Kuss gegeben, dann könnte ein Segen gesprochen werden. „Segnen“ kommt aus dem Griechischen, das heißt eusebeia: „Gutes Aussprechen“. Wer wünscht sich das nicht, dass über seinem Leben, seiner Liebe, seiner Ehe „Gutes“ ausgesprochen wird?! Ich formuliere diesen Segen gerne selbst, dem entsprechend, was dieses Paar braucht. Nicht jedes Paar braucht dasselbe. Im Gespräch zuvor, im Austausch, im Hören und Fühlen bekomme ich mit, was für dieses Paar gut wäre, was es sich wünscht, was ich ihm wünsche. Und so ist der Segen nicht nur ein liturgisches Element, sondern ein Moment, der ganz tief ins Herz fällt. Und wieder ein Band – das kann sinnbildlich um die Hände geschlungen werden, an welchem nun die Ringe glänzen. Sooo schöööön!

Der Phantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt. Alles, was die Rede haptisch macht, anfühlbar, die Liebe der Beiden ins Licht stellt, eignet sich wunderbar, als Ritual in der Zeremonie umgesetzt zu werden. Tauben fliegen lassen – oder Schmetterlinge, das ist auch herrlich, und ziemlich spannend. Vor allem Kinder lieben da, davon erzählen sie noch sehr lange.


Autor: Marion Klug, Rednerin bei rent-a-pastor.com

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