… und warum wahrscheinlich alle ein bisschen recht haben!
Ich bin Samuel Diekmann, Trauredner, Theologe und Gründer von „rent a pastor“, und begleite seit 2013 Paare bei freien Trauungen – vor allem im Rhein-Main-Gebiet, aber ehrlich gesagt inzwischen überall dort, wo Menschen sagen: Das soll nicht irgendeine Trauung werden.
In diesen Jahren habe ich viele Geschichten gehört, viele Paare kennengelernt und unzählige Momente erlebt, die man so nicht planen kann. Und irgendwo auf diesem Weg haben Menschen begonnen, mir Spitznamen zu geben. Nicht abgesprochen, nicht geplant, sondern einfach so entstanden.
Einige davon sind schmeichelhaft, andere eher kritisch, manche einfach nur schräg. Aber wenn ich heute darauf schaue, merke ich: Keiner dieser Begriffe ist zufällig entstanden. Jeder trifft einen Punkt. Vielleicht nicht die ganze Wahrheit, aber einen Teil davon. Und genau deshalb lohnt es sich, sie ernst zu nehmen.
Der „singende Pastor“
Der Name ist geblieben, seit ich bei einer Trauung den Segen nicht gesprochen, sondern gesungen habe. Nicht, weil ich mir dachte: Das wäre jetzt eine gute Idee für Aufmerksamkeit, sondern weil es in diesem Moment einfach gepasst hat.
Diese Hochzeit wurde im Umfeld von DSDS begleitet, gemeinsam mit der Produktionsfirma UFA Show & Factual GmbH. Was danach passiert ist, kennt man: Ein Moment bleibt hängen, wird aufgegriffen und bekommt einen Namen. Seitdem nennen mich manche den „singenden Pastor“ oder auch den „Promi-Pastor“.
Ich kann das nachvollziehen. Aber der Punkt ist nicht das Singen. Der Punkt ist, ob ein Moment trägt. Und ob man bereit ist, von dem abzuweichen, was man normalerweise tun würde, wenn es der Situation dient. Genau dort entstehen die Dinge, die bleiben.
„Gandalf unter den Traurednern“
Diesen Spitznamen habe ich nach einer Themenhochzeit bekommen, die sich an der Welt von „Herr der Ringe“ orientiert hat. Große Bilder, viel Atmosphäre, ein starkes Konzept. Und bevor das jetzt falsch verstanden wird: Ich war nicht verkleidet. Kein Zauberstab, kein Kostüm, kein Theater. Ich stand da als Trauredner – ganz normal. Was die Gäste nicht mitbekommen haben: Im Hintergrund lief nicht alles glatt. Die Sängerin, die eingeplant war, ist nicht gekommen. Ein zentraler Teil der geplanten Dramaturgie ist einfach ausgefallen.

Das sind genau die Momente, in denen sich entscheidet, ob eine Trauung funktioniert oder auseinanderfällt. Ich habe die Situation übernommen, umgebaut, weitergeführt – ohne Hektik, ohne dass es jemand im Publikum wirklich gemerkt hat. Für das Brautpaar war es am Ende genau die Trauung, die sie sich gewünscht haben. Für die Gäste sowieso.
Und irgendwo danach fiel dieser Satz: „Du bist irgendwie der Gandalf unter den Traurednern.“ Nicht wegen einer Verkleidung. Sondern wegen der Art, wie ich die Situation getragen habe. Und wenn ich ehrlich bin, ist genau das ein Teil meines Jobs. Dinge auffangen, bevor sie sichtbar werden. Ruhe reinbringen, wenn es unruhig wird. Und dafür sorgen, dass das, was vorne passiert, stimmig bleibt – egal, was im Hintergrund gerade schief läuft.
Der „VIP-Flüsterer“
Das ist ein Begriff, den man selten laut hört. Und das hat seinen Grund. Ich habe Trauungen begleitet, über die man nichts findet. Keine Bilder, keine Namen, keine Geschichten danach. Und das ist keine Strategie, sondern eine Vereinbarung.
In solchen Situationen geht es nicht darum, sichtbar zu sein, sondern verlässlich. Diskret zu arbeiten und einen Raum zu halten, in dem sich Menschen sicher fühlen können. „VIP-Flüsterer“ klingt ein bisschen nach Geheimrolle. In Wahrheit bedeutet es vor allem eines: Vertrauen. Und das gilt nicht nur für prominente Paare. Das ist die Grundlage jeder Trauung.
„Mietpastor“
Das ist einer der Begriffe, die nicht schmeicheln. Und genau deshalb gehört er hier rein. Ich habe ihn vor allem im Zusammenhang mit Fernsehformaten gehört, in denen ich nicht nur selbst als Trauredner tätig war, sondern auch Redner vermittelt habe. Unter anderem im Umfeld der Produktionsfirma Moana-Film GmbH für das Format „Liebe auf den ersten Blick“.
Gerade in eher frommen Medien wurde „Mietpastor“ dabei spöttisch verwendet. Und ja, man kann mich buchen. Das ist kein Geheimnis. Interessant ist eher, was daraus gemacht wird. Inzwischen taucht der Begriff sogar in einzelnen Wikipedia-Artikeln in den verlinkten Quellen auf. Jedes Mal, wenn ich das sehe, muss ich ein wenig schmunzeln. Nicht, weil ich ihn besonders passend finde, sondern weil man daran sieht, wie schnell sich eine Sichtweise festsetzt und weitergetragen wird.
Ich halte nichts davon, mich davon zu distanzieren. Aber ich halte genauso wenig davon, ihn einfach stehen zu lassen. Denn das, was ich mache, beginnt nicht mit der Trauung selbst. Es beginnt mit Gesprächen, mit Zuhören, mit dem Versuch zu verstehen, wer da vor mir sitzt. Und daraus entsteht etwas, das eben nicht austauschbar ist. Der Begriff greift zu kurz. Aber er zeigt, in welchem Spannungsfeld sich dieser Beruf bewegt.
„Modellagentur“
Dieser Begriff ist im Zusammenhang mit meinem Rednernetzwerk gefallen. Und ich musste kurz überlegen, ob ich lachen oder widersprechen soll. Die Idee dahinter ist klar: viele unterschiedliche Persönlichkeiten, die vermittelt werden. Ich verstehe den Vergleich. Aber er greift zu kurz. Denn ich vermittle keine Profile. Ich vermittle Menschen. Menschen, die ich kenne, mit denen ich gearbeitet habe und bei denen ich weiß, wie sie in solchen Momenten funktionieren. Das sieht von außen vielleicht ähnlich aus. Ist es aber nicht.
Die „eierlegende Wollmilchsau“
Diesen Spitznamen hat mir einmal ein Brautpaar direkt nach der Trauung gegeben. Ich habe gelacht und dachte: Danke… glaube ich. Ein paar Wochen später kam ein Paket bei mir an. Darin lag genau das: eine kleine, ziemlich absurde Version dieses Tieres. Ich habe sie bis heute.

Und irgendwann habe ich verstanden, wie sie es gemeint haben. In einer Trauung bist du nicht nur der, der spricht. Du strukturierst, moderierst, reagierst auf das, was im Raum passiert, und fängst Dinge auf, bevor sie sichtbar werden. Von außen wirkt das vielleicht wie Vielseitigkeit. In Wirklichkeit ist es einfach Teil der Verantwortung.
„Freelancer Gottes“
Diesen Titel habe ich einmal in einem Artikel im Der Spiegel gelesen, und ich musste zugeben: Der ist gut. Ein bisschen ironisch, ein bisschen treffend, ein bisschen unbequem. Ich arbeite frei, unabhängig von festen kirchlichen Strukturen, und gleichzeitig in einem Bereich, der für viele Menschen eine große Bedeutung hat. Es geht um Beziehung, um Übergänge, um Momente, die bleiben sollen. Ich würde mich selbst so nicht nennen. Aber ich verstehe, warum dieser Begriff entstanden ist.
Was davon bleibt
Wenn man all diese Namen nebeneinanderlegt, merkt man schnell: Keiner davon beschreibt das Ganze. Jeder beleuchtet einen Teil, aber keiner trifft es vollständig. Und vielleicht ist genau das der Punkt.
Am Ende geht es nicht darum, wie ich genannt werde, sondern ob es gelingt, einen Moment so zu gestalten, dass er für die Menschen stimmt, um die es geht. Wenn ein Paar nach der Trauung sagt: „Das war genau wir“, dann ist alles erreicht. Alles andere – auch die Spitznamen – ist im Grunde Beiwerk.
FAQ: Häufige Fragen zu meinen Spitznamen als Trauredner
Der Begriff ist nach einer Trauung entstanden, bei der ich den Segen nicht gesprochen, sondern gesungen habe. Das war kein geplantes Element, sondern eine Entscheidung im Moment. Die Trauung wurde im TV-Kontext begleitet und genau dieser Augenblick ist hängen geblieben.
Wichtig ist mir dabei: Es geht nicht darum, dass ich singe. Es geht darum, dass ich Situationen wahrnehme und darauf reagiere. Wenn ein Moment nach etwas anderem verlangt als nach dem Standard, dann nehme ich mir die Freiheit, genau das zu tun.
Nein. Und das ist mir wichtig klarzustellen. Ich war ganz normal als Trauredner vor Ort, ohne Kostüm oder Inszenierung. Der Spitzname ist im Nachhinein entstanden, weil die Trauung eine besondere Atmosphäre hatte – und vor allem, weil im Hintergrund einiges schief lief. Unter anderem ist eine eingeplante Sängerin nicht erschienen. Solche Situationen sind heikel, weil sie den Ablauf komplett durcheinanderbringen können. Meine Aufgabe war es, das aufzufangen, neu zu strukturieren und die Trauung so weiterzuführen, dass es für die Gäste stimmig bleibt. Genau daraus ist dieser Vergleich entstanden. Nicht aus Verkleidung, sondern aus der Art, wie ich die Situation getragen habe.
Der Begriff beschreibt im Kern Diskretion. Ich begleite auch Trauungen, die bewusst nicht öffentlich stattfinden. Keine Bilder, keine Namen, keine Veröffentlichung danach. In solchen Kontexten geht es nicht um Sichtbarkeit, sondern um Vertrauen. Der Begriff klingt vielleicht ein wenig spektakulär, trifft aber im Grunde etwas sehr Bodenständiges: Ich halte mich an Absprachen und schaffe einen geschützten Rahmen. Und das gilt unabhängig davon, ob jemand prominent ist oder nicht.
Der Begriff stammt vor allem aus kritischen Stimmen, unter anderem im Zusammenhang mit TV-Formaten. Dort wurde die Frage gestellt, ob man jemanden wie mich einfach „buchen“ kann – wie einen Dienstleister. Die ehrliche Antwort ist: Ja, man kann mich buchen. Aber das beschreibt nur den organisatorischen Teil. Inhaltlich greift der Begriff zu kurz. Denn meine Arbeit beginnt lange vor der Trauung selbst. Ich lerne die Paare kennen, verstehe ihre Geschichte und entwickle daraus eine individuelle Zeremonie. Interessant ist, dass sich der Begriff mittlerweile sogar in einigen Quellen wiederfindet, zum Beispiel im Umfeld von Wikipedia-Artikeln. Das zeigt, wie schnell sich solche Bezeichnungen verselbstständigen. Ich nehme das nicht persönlich, aber ich lasse es auch nicht unkommentiert stehen.
Nein, auch wenn der Vergleich manchmal fällt. Der Hintergrund ist, dass ich ein Netzwerk aus verschiedenen Rednerinnen und Rednern aufgebaut habe, die ich vermittle. Von außen wirkt das vielleicht wie eine klassische Agenturstruktur. Der Unterschied liegt in der Auswahl. Ich arbeite nur mit Menschen, die ich persönlich kenne und deren Arbeit ich einschätzen kann. Es geht nicht um „Profile“, sondern um Persönlichkeit, Haltung und Erfahrung. Deshalb ist der Begriff verständlich, aber letztlich nicht passend.
Das war ein Spitzname, den mir ein Brautpaar nach der Trauung gegeben hat – und ein paar Wochen später sogar als Geschenk nachgereicht hat. Gemeint war damit, dass ich während der Trauung viele unterschiedliche Rollen übernehme: Redner, Moderator, Strukturgeber, manchmal auch jemand, der spontan eingreift, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Ich sehe das nicht als Selbstbeschreibung, sondern als Teil des Jobs. Eine Trauung besteht aus mehr als nur einer Rede – und genau darin liegt die eigentliche Arbeit.
Diesen Begriff habe ich nicht selbst gewählt, sondern er stammt aus einem Medienartikel. Er beschreibt ziemlich treffend, dass ich unabhängig von festen kirchlichen Strukturen arbeite, mich aber gleichzeitig in einem Bereich bewege, der für viele Menschen eine große Bedeutung hat. Ich arbeite frei, aber nicht beliebig. Und genau dieses Spannungsfeld macht den Beruf für mich interessant.
Seit 2013 begleite ich, Samuel Diekmann, als Trauredner im Rhein-Main-Gebiet gemeinsam mit meinem Rednernetzwerk „rent-a-pastor“ Paare auf dem Weg zu ihrer ganz persönlichen Trauung. In dieser Zeit durften wir tausende Buchungsanfragen bearbeiten und viele unvergessliche Momente mitgestalten – in Deutschland und darüber hinaus. Ich freue mich auf Eure unverbindliche Buchungsanfrage. Urheber- und Autorenhinweis: Verantwortlich für Inhalt und Konzeption dieses Artikels ist Samuel Diekmann, sofern nicht anders gekennzeichnet. Die verwendeten Bilder stammen aus eigenen Quellen oder lizenzfreien Bilddatenbanken. Für einzelne Textpassagen, Metabeschreibungen und Überschriften wurde ein Assistenzsystem unterstützend eingesetzt.







